Autogenes Training - sich ganz einfach durch Entspannung zu Transformieren!

Hier ein Beitrag von der Krankenkassen Zentrale

Stress, Hektik und ständige Anspannung kennzeichnen den Alltag in der modernen Welt. Unsicherheit und Leistungsdruck beeinflussen den gesamten Organismus und können krank machen. Das Autogene Training ist eine Möglichkeit, mit den Belastungen des Arbeitsalltags besser fertig zu werden.


Sicherlich gibt es wirksame Medikamente gegen die Auswirkungen von andauernden Anforderungen und Stress. Die sprichwörtliche These, nach der Vorbeugen besser ist als Heilen, hat aber noch immer Gültigkeit.


Die Zunahme von psychischen Störungen und Erkrankungen zeigt deutlich, dass zahlreiche Menschen die permanenten Belastungen im beruflichen und privaten Bereich nicht mehr bewältigen können. Das Autogene Training kann hier präventiv eingesetzt werden. Es ist eine bewährte und erfolgreiche Methode zur Entspannung. Gerade auf dem Gebiet der seelischen Störungen ist die Vorbeugung eine wichtige Aufgabe.

Das Autogene Training wurde von dem Berliner Nervenarzt Johannes H. Schultz ab 1928 entwickelt. Es hat sich inzwischen zur wohl bekanntesten Methode zur Entspannung entwickelt. Autogenes Training ist leicht zu erlernen und kann eine Hilfe in jeder Lebenslage und jeder Anforderung sein.


Beeinflussung von Körper und Seele durch Autosuggestion

Autogenes Training ist keine Therapie oder eine Methode der Psychotherapie. Es kann aber als begleitende und unterstützende Maßnahme einer Therapie eingesetzt werden. Autogenes Training kann als eine Form der Selbsthypnose bezeichnet werden. Man kann auf diese Weise versuchen, das vegetative Nervensystem positiv zu beeinflussen. Diese Nerven regulieren Kreislauf, Blutdruck und Atmung, sind für die Steuerung des Stoffwechsels und der Wärme- und Wasserregulierung zuständig. Das System arbeitet selbständig und kann normalerweise nicht willentlich beeinflusst werden. Durch die Übungen des Autogenen Trainings kann der tägliche Stress abgebaut werden, der auf Organe und Muskeln wirkt und die Gesundheit massiv beeinträchtigen kann. Selbsthypnose unterstützt Heilungsprozesse Autogenes Training kann für alle gesunden Menschen eine große Hilfe sein. Selbst Kinder ab 8 Jahrenkönnen von den Übungen zur Entspannung profitieren.  Die Wirkung des Autogenen Trainings ist allgemeinwohltuend, beruhigend und entspannend. Es kann die Selbstbeherrschung fördern, so die Persönlichkeit stärken und die Leistungsfähigkeit günstig beeinflussen. Aber auch bei Beschwerden durch Krankheiten kann diese Entspannungsmethode helfen. Autogenes Training hilft zum Beispiel bei:

Die Grenzen des Autogenen Trainings Das Autogene Training ist kein Placebo, sondern wirkt tatsächlich und nachweislich auf Körper und Geist. Es ist deshalb auch nicht für jeden geeignet. Menschen mit manifesten psychischen Erkrankungen müssen die Selbstentspannung meiden. Bei Problemen wie Depressionen, starken Angstzuständen, Zwangserkrankungen oder Wahnvorstellungen darf das Training auf keinen Fall durchgeführt werden. Es ist zum einen möglich, dass das Krankheitsbild verschwommen wird und nicht mehr richtig diagnostiziert werden kann. Zum anderen können sich derartige Krankheiten durch das Autogene Training verschlimmern. Die drei Stufen des Autogenen Trainings Die Grundstufe In der Grundstufe werden Autosuggestion und Entspannung geübt. Hier wird das Fundament für jegliche Arbeit mit dem Autogenen Training gelegt. Es gibt sechs grundlegende Übungen. Jedes Training wird mit der Ruheformel eingeleitet: „Ich bin ganz ruhig, die Gedanken kommen  und gehen.“ Die Übungen werden mit geschlossenen Augen und in einer für den Übenden bequemen Haltung durchgeführt.

  1. Die Schwereübung: Zunächst wird ein Gefühl der Schwere im rechten oder linken Arm ausgelöst. Später wird dieses Schweregefühl auf den gesamten Körper ausgedehnt. Es wird mit formelhaften Aussagen herbeigeführt, die ständig wiederholt werden. „Mein rechter Arm (linker Arm) wird ganz schwer.“

  2. Die Wärmeübung: Sie wird analog zur Schwereübung durchgeführt. „Mein rechter Arm (linker Arm) ist ganz warm.“

  3. Die Herzübung: Hier soll das Herz und seine Funktion bewusst wahrgenommen werden. Vor allem der Rhythmus des Herzens steht hier im Vordergrund. „Mein Herz schlägt ruhig und gleichmäßig.“

  4. Die Atemübung: Auch der eigene Atem soll bewusst erlebt werden. Die Formeln reichen von: „Mein Atem geht ruhig und gleichmäßig“ bis hin zu der  Formel: „Es atmet mich.“ Der Vorgang des Atmens soll nicht erzwungen, sondern nur beobachtet und erfahren werden.

  5. Die Sonnengeflechtsübung: Mit der Formel: „Das Sonnengeflecht ist strömend warm“ soll der Solarplexus gut durchblutet werden. Die Übung ist förderlich für Stoffwechsel und Verdauung.

  6. Die Kopfübung: „Die Stirn ist angenehm kühl.“ Mit der Formel vom kühlen Wind, der an der Stirn vorbei weht, wird das überlegte Handeln im Alltag und bei Problemen gefördert.

Nach der Übungseinheit Nach jeder Übungseinheit muss das Zurücknehmen erfolgen. Der Körper, der im Idealfall völlig entspannt ist, muss in die Wirklichkeit zurückgeführt werden. Die Rücknahme geschieht in drei Stufen:

  • Arme fest! Der Übende muss sich strecken und die Arme gründlich ausschütteln.

  • Tief Atmen! Wiederholtes Ein- und Ausatmen

  • Augen auf!

Die Anleitung zum Autogenen Training Es gibt vielerlei Möglichkeiten, das Autogene Training zu erlernen. Bücher, CDs oder auch Videos bieten Anleitungen zum Training. Es empfiehlt sich aber, einen Kurs zu belegen. Ein Lehrer oder Therapeut kann auf persönlichen Schwierigkeiten eingehen und bei der optimalen Auswahl der Formeln helfen. Bei den höheren Stufen des Autogenen Trainings ist ein Therapeut ohnehin die beste Möglichkeit des Lernens.

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