Kurioses aus dem Zauberwald! Eine Geschichte für Jung & Alt.

(Basierend auf wahren Geschichten der Wunder der Natur aus dem Amazonas Regenwald) geschrieben von Romina Kuhne

Inspiriert durch meine Reise in den Amazonas wo ich für 6 Monate in einem Dorf lebte, was fern jeder Zivilisation war. Dort gibt es einen Baum, dem man nachsagt, das er laufen kann. (Socratea exorrhiza)


Der Zauberbaum Teil 1


Es war einmal ein Zauberwald in dem war es immer warm und niemals kalt. Dort war es stetig grün, so grün, wie ein Gras Hüpfer nur sein kann, und es roch so frisch, wie nach einem donnernden Gewitter, alle Pflanzen konnten blühen.


Kein Wunder war es also, denn dort wechselten sich Sonne und Regen ab, die Pflanzen wuchsen voller Pracht in Hülle und Fülle und das nicht zu knapp. Aber der Wald war sehr dicht und die großen Bäume rankten in den Himmel, sodass sie mit ihrer Fülle die Sonne abhielten, den Wald zu erleuchten in dem Gewimmel.


Oftmals war es sehr dunkel im Wald, besonders wenn man nicht sehr groß war um einen Sonnenstrahl zu erhaschen, der zum Überleben galt.


In diesem Zauberwald wuchsen die sonderbarsten Bäume und Pflanzen, die so außergewöhnlich im Stiel und Blattwerk waren und prächtigen Farben, Rot, Blau, lila, gelb, dass selbst wenn man dort sein ganzes Leben verbrachte, sich nicht satt sehen konnte an der zauberhaften Vielfalt der Pflanzenwelt. Der Wald lebte an jeder Ecke und in jedem Winkel und der Duft. Alles Getier, kleines und Großes, schlüpfte zwischen den gewundenen Zweigen hindurch, ebenso wie die Vögel übermütig in der Luft.


Ganz tief in diesem Wald lebte ein Zauberbaum, klein und fein man glaubt es kaum. Er hatte zwar große Blätter, und war erfreut über jeden Sonnenstrahl, der ihn erreicht aber sein Stamm war nur federleicht. Er hatte gar lust‘ge Wurzeln, die einer riesen Raupe glichen, sie hatten Flair. Er zwar war klein aber oho so fand er. Mit Zeit aber wurde der Zauberbaum immer trauriger, traurig war er weil so wie er glaubte, nicht die gleichen Fähigkeiten wie die anderen Bäume hatte und in der Dunkelheit verstaubte.


Die anderen Bäume ringsumher lachten immerzu, da er nie das Licht erblickte das. Sie schwärmten immerzu von der Wärme und Schönheit der Sonne und wie sie ihnen half zu wachsen. Er wusste auch, da er nicht die Sonne erblickte, konnte er auch nicht wachsen so wie die Anderen.


Immerzu sang er sein Lied, was anderes ihm nicht blieb.


„Oh so schön und groß die anderen sind, ich möchte wachsen ganz geschwind.

Eines Tages werd ich es erleben, ich werde mich zur Sonne erheben“


Doch so sehr er auch versuchte in den Himmel zu reichen musste er immer den schneller wachsenden Bäumen weichen. Die Sonne zu erblicken gelang ihm nicht, die anderen Bäume waren stetig schneller im Licht. Um glücklich zu sein da war er sicher, brauchte er das Licht, ja das wünschte er sich sehnlicher. Sein Lied der Hoffnung wandelte sich mit der Zeit in ein Lied der Traurigkeit.


Oh ich armes Bäumchen, klein und fein, nie erblick ich den warmen Sonnenschein.“

Da! Ein Rascheln im feuchten Unterholz, gefolgt von Stille, nur das Zirpen, einer Grille. Das Zauberbäumchen horchte auf, als wieder ein Geräusch, diesmal ganz nah, ein Ast knackte, ein trappeln, als er, es plötzlich sah.


Eine runder, gefräßiger großrotbraunaugiger, haariger Wurm, nein Schlange, nein! eine Raupe, die bummelte und seinen Wurzeln, beachtlich ähnelte. Das Bäumchen machte sich ganz lang, neugierig schauend in die Richtung des Geschöpfes, begann dann wieder, mit seinem stetig traurigen Gesang.


Oh ich armes Bäumchen, klein und fein, nie erblick ich den warmen Sonnenschein.“

Als die Raupe hörte den Klang, sie den Baum sogleich erfragte, warum er solch trauriges Liedlein sang. Der aber, hatte eigentlich gar keine Lust mit der Raupe zu sprechen, ihre Neugierde wird bestimmt wieder abschwächen. Die Raupe mit vollem Bauch, ruhte sich aus, an einem Strauch. Zufrieden lächelnd nur mit einem Zahn, fragte sie stetig das Bäumchen ohne Scham. Der Zauberbaum eher widerwillig klagte, sein Lied der Traurigkeit ihn plagte.


Die Raupe positiv sie war, zum Bäumchen sprach: „Du Narr! Verbringst du die Zeit mit Klagen werden sie dich ein Leben lang plagen!“ Das Bäumchen schweren Herzens barmen, die Raupe, die wollte er warnen! „Was weißt denn du von dem Licht du bist nur eine Raupe, spazierst in der Dunkelheit, die Sonne, die erblickst du nicht!"


Die Raupe voller Mitgefühl, bestimmend und doch recht kühl: „So viel Leid, an Wunder zu glauben, bist du nicht bereit!“ „Siehst du die kleinen Geschöpfe, mit großen Flügeln fliegen, an sich geglaubt haben sie und gefunden ihren Frieden. Bald werde auch ich einer von ihnen sein, das sei gewiss, und fliegen werde ich im Sonnenschein.“


Aber der Zauberbaum, der glaubte, es ihr kaum!


Viel Zeit verbrachten sie zusammen, erzählten sich Geschichten, lachten, einig in fast allen Hinsichten. Dicke Freunde wurden sie, fortan vergaß der Baum Kummer und Sorgen, da stimmte einfach die Chemie. Doch dann etwas geschah, für das Bäumchen traurig und bizarr. Eines morgens ging die Raupe von dannen und obgleich er geduldig viele Monde wartete ihm die Gedanken des Glaubens entrannen. Die Raupe fort und nicht mehr gesehen, in seinen alten Trott er war, sein jammern und klagen wird niemals vergehen. Jetzt war er wieder allein und erblickte auch niemals den Sonnenschein!


Oh ich armes Bäumchen, klein und fein, nie erblick ich den warmen Sonnenschein.“

Und so trug es sich eines Tages zu, ein wunderschöner, zarter, farbenprächtiger Schmetterling anmutig daher er flog und es ihn auf eines seiner Blätter zog. Das Zauberbäumchen bewundernd den schönen fliegenden Schmetterling, denn er selbst war ja nur ein Sonderling. Er beneidete ihn auch, so frei, glücklich und erfüllt:


„Ach hätte ich doch auch was davon, nur einen Hauch.“


Er hatte nicht dieses Glück, er war seinem Schicksal ergeben und würde sich nie zur Sonne erheben. In seiner Trauer gefangen, ring sogleich der Schmetterling: um seine Aufmerksamkeit zu erlangen.

„Noch immer nicht vergessen dein Lied?“ Und gab dem Baum einen freundschaftlichen Hieb.


„Sonderbar“ dachte sich der Baum und erwiderte mit leisen Worten man hörte sie kaum: „Ich kenne doch die Stimme aber nein, das kann einfach nicht sein!“ Da lachte der wunderschöne Schmetterling und seine großen strahlenden Flügel begannen zu beben, „fange doch endlich an zu leben!“


Der Zauberbaum war sehr verwundert, „selbst das Lachen“ hatte er den Schmetterling bewundert. „Ja siehst du nicht, vor lauter Leid, ich bin die Selbe nur jetzt mit Kleid.“ Nie hast du mir geglaubt und hast dir so deine Glücklichkeit verbaut. Jetzt kann ich fliegen, mit meinen Flügeln zur Sonne, ich tue es lieben.“


In Ungläubigkeit schauend auf den Schmetterling, die Raupe war doch so wie er ein Sonderling. „Das kann gar nicht sein, das gibt es doch nicht aber du hast wirklich das Gleiche Gesicht!“


„Nie glaubst du mir“, sagte der Schmetterling zu dem Zauberbaum „und jetzt bin ich wieder hier“. „Aber wie sollst du auch, nicht einmal an dich selbst tust du glauben, auch wenn das Glück liegt direkt vor deinen Augen. Viele Monde haben wir gemeinsam verbracht und immer hast du dir Sorgen gemacht. An mich geglaubt dem Wunsch gefolgt, zu fliegen in das Licht erfolgt.“


Jetzt! Da! Erkannte auch der Baum, seine Freundin die Raupe es war ein Traum! „Was die Raupe kann, das kann ich auch, irgendwann!“ Nun sang er ein neues Lied, denn jeder ist sein eigenes Glückes Schmied.


„Und weißt du, Dinge werden wahr, wenn man sie oft genug sagt, dann wird es klar. Sie oft genug sagt, heute wird ein schöner Tag und nicht mehr daran denk und klagt.“


Als plötzlich in lauter Entschlossenheit, hinweg mit der Verlorenheit, ein großer Baum sehr alt und weise begab sich auf ne andere Reise. Er fiel um mit viel Knall und krawumm! Und siehe da, das Licht fiel ein, sollte das jetzt seine Chance sein?


Er fasste sich ans Herz und vergaß all seinen lang gelebten Schmerz. Federleicht mit seinen Wurzeln, beweglich war er, keine Frage, nun war er endlich Herr seiner Lage. Besonders ist ein jeder, bewusst er war, bewegte er mit kleinen Schritten zum Licht wie eine Feder. Das Glück strömte durch seine Äste, Zweige, Stamm und Wurzeln, er fing schon fasst an hinzupurzeln. Freiheit spürte er in allen Belangen, nun war er endlich nicht mehr gefangen.


Er hatte seine Fähigkeit gefunden und fühlte sich mit allem verbunden!


So fing er an zu laufen, zum Licht, die Sonne, das war in jedem Sinne eine Wonne. Sein Traum ging jetzt endlich in Erfüllung, das war wahrlich eine Enthüllung! Dem ersehnten Sonnenschein so nah, stand der Baum im Lichte nun da. Die Raupe sollte Recht behalten, er wird fortan sein Glücke selbst gestalten.


Und allen erzählte er sein Glück, in seine alten Gedanken mag er nimmer mehr zurück. Das alles möglich sei, der feste Glaube, dann ist man frei. Mit anderen Vergleichen braucht er nicht, seine eigenen Fähigkeiten erkennen, führt zum Licht. So passierte es auch, dass der Zauberwald noch sonderbarer und magischer wurde und immer wenn der Baum zum Lichte wollte, dann sang er sein Lied und erreichte das Gewollte.


Mit kleinen Schritten, man musste ihn nicht mehr bitten.


Überall bekannt der Baum, die laufende Palme genannt, erfüllt sich seinen Traum. Noch heute erzählt man sich im Zauberwald die einzigartige Geschichte des Baumes der sich traut und ab jetzt auch an sich glaubt! Und alle anderen Zauberwesen machten es ihm nach, der Zauberwald erlebte einen neuem Glanz und Prächtigkeit bis


in alle Ewigkeit!



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